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Fußball und Europa

Warum diese Rubrik auf meiner Webseite? Ganz einfach deshalb, weil ich bei meiner Arbeit als Europaabgeordnete und Politikerin immer wieder direkt oder indirekt mit dem Thema Fußball in Berührung komme. Und ein paar solcher Querverbindungen möchte ich hier aufzeigen und erläutern. Beide Phänomene, Fußball und (Europa-)Politik, mal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten – darum geht es bei diesem Webdossier.

Ich hoffe, Sie haben Spaß an dem Dossier und finden hier interessante Informationen.
Allen Harmonisierungsbestrebungen der Europäischen Union zum Trotz: Bei der diesjährigen Europameisterschaft wurde die nationale Identität gefeiert, nicht die europäische. Obwohl seit dem Bosman-Urteil aus dem Jahre 1995 die nationale Organisation des europäischen Sports einem zunehmenden Integrationsdruck ausgesetzt ist, zeigt die Begeisterung der Anhänger, dass gerade vom Wettkampf nationaler Mannschaften eine besondere sportliche und gesellschaftliche Faszination ausgeht. (Foto: photocase.de/ dommy)
 
Schon Monate vor der Europameisterschaft begannen die Medien vor Fußballinhalten - oder was manche Chefredakteure im Eifer des Gefechts so alles dafür halten - überzuquellen. Nach dem finalen Schlusspfiff am 29. Juni in Wien fällt das Überangebot rasch wieder auf das übliche Maß zurück. Eine gute Zeit, um sich mit alternativen Fußballmagazinen auseinanderzusetzen, die unabhängig vom großen EURO-Hype der Kickerei auf den Zahn fühlen. (Foto: photocase.de/ Inuit)
 
"Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft", so der französische Philosoph Jean-Paul Sartre. Er hätte noch hinzufügen können: Auch die Anwesenheit gegnerischer Fans kann die Sache mitunter verkomplizieren. Denn das Stadion ist nicht nur ein Platz, wo im besten Fall Fußball und Ästhetik zusammenkommen, sondern leider auch ein Ort offener rassistischer und antisemitischer Übergriffe. (Foto: photocase.de/ AllzweckJack)
 
Im März 2008 wurde in der Schweiz im Hinblick auf die Europameisterschaft die Kampagne Euro 08 gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution gestartet. Initiatoren sind mehr als 25 Frauen- und Männerorganisationen, Menschenrechtsorganisationen, Beratungsstellen, Gewerkschaften. (Foto: photocase.de/ noisedeluxe)

 

 
Zum zweiten Mal nach 2000 findet eine Fußballeuropameisterschaft in zwei Ländern statt. Österreich ist seit 1995 Mitglied der EU, die Schweiz bewarb sich 1992 um die Mitgliedschaft, die jedoch im gleichen Jahr per Referendum abgelehnt wurde. Nur 23,3% der Schweizer wollten in die EU. Trotzdem hat die Schweiz zahlreiche Verträge mit der EU geschlossen - sie kann es sich nicht leisten, völlig von der Dynamik des europäischen Binnenmarktes abgeschnitten zu sein. (Foto: photocase.de/ boing)
 
Diesen Bibelspruch könnte wohl der Grazer Bischof Lackner gut zur Beschreibung der Verkehrssituation während der EM in Österreich öfters einsetzen. Der Bischof hat zugesagt, während der EM ab 7. 6. jeden Tag mit biblischen Parallelen das Geschehen zu kommentieren. Offensichtlich ohne relevante Hilfe „von oben" haben die österreichischen EM-Städte ihre Pläne für die Bewältigung des Verkehrs entwickelt. (Foto: flickr/ Cecilie Fagerlid)

Ein Gastbeitrag der Europaabgeordneten Eva Lichtenberger, Österreich.

 
Die Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz beginnt in wenigen Tagen und auch in Brüssel steigt die Fußballeuphorie. Nachdem mein WM-Spezial während der Fußball-Weltmeisterschaft vor zwei Jahren auf unerwartet großes Interesse gestoßen ist, will ich auch in den nächsten Wochen informatives und witziges rund um die 'wichtigste Nebensache der Welt' in meinem Webdossier berichten. (Foto: photocase.de/ DerFabse)
 
Es dürfte schwierig werden, dieser Tage jemanden zu finden, der behauptet, es gäbe zu wenig WM im Fernsehen: Egal wo man hinschaltet – jubelnde Massen, selbsternannte Experten und leere Kühlregale zu Hauf. Und doch fällt eines auf: Vom ganzen Drumherum gibt es mehr als genug, doch kaum sind die Live-Berichte vorüber, verschwinden auch die Spielszenen aus dem Fernsehen, die Tore – wenn denn welche gefallen sind – gibt es von da ab kaum noch zu sehen.
 
„Fußball verbindet – El fútbol nos acerca“ war das Motto der nunmehr 10. Auflage des 24-Stunden-Kicks in Blaubeuren, des wohl längsten Fußballspiels der Welt. Doch nicht nur die Spieldauer ist ungewöhnlich, sondern auch, dass das Spiel einem guten Zweck dient. Heide Rühle war dabei "Patin" von Felix Anger, der im Folgenden über den 24-Stunden-Kick berichtet.
 
Sowohl auf dem Spielfeld als auch auf den Rängen kommt es leider immer wieder zu rassistischen und antisemitischen Vorfällen. Ob Amateur- oder Profiliga – ausländerfeindliche Fangesänge, rechtsextremistische Symbole, ja sogar gewalttätige Ausschreitungen scheinen zum Fußball-Alltag zu gehören. Wie kann Rassismus im Fußball entgegengetreten werden, welchen Beitrag kann die Politik leisten? Das Europäische Parlament fordert sportliche Sanktionen, die EU-Kommission unterstützt das antirassistische Fußballnetzwerk 'Football Against Racism in Europe'.
 
„Der Ball ist rund“ – diese alte Fußballweisheit Sepp Herbergers kennen wir alle. Weit weniger bekannt ist hingegen, wer unsere Fußbälle produziert und vor allem, unter welchen Arbeitsbedingungen.
 
12. Juli 1998: Frankreich wird erstmals Fußballweltmeister – Zinedine Zidane, überragender Spielgestalter der Franzosen, ebnet im WM-Endspiel mit seinen beiden Toren den Weg zum 3:0-Erfolg gegen Brasilien. Der Sohn algerischer Einwanderer war der Kopf einer multikulturellen Mannschaft. Einer „Equipe Tricolore“ im wahrsten Sinne des Wortes: Black-blanc-beur – schwarz, weiß und maghrebinisch. Zidane, Thuram und Desailly wurden nun ebenso wie andere Mitspieler mit Migrationshintergrund zu Nationalhelden.
 
Frauenhandel und Zwangsprostitution – die dunkle Seite der Fußballweltmeisterschaft wird im bunten Trubel oft übersehen. Doch es gibt sie: Tausende Frauen wurden zur WM als zusätzliche Prostituierte nach Deutschand geschleust. Die „Rote Karte für Zwangsprostitution“ fordert deshalb das Europa-Parlament, das sich seit Jahren gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution einsetzt.