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17. März 2012
 
Alternatives Weltwasserforum in Marseille 14.- 17.3.2012
"Water for life, not for profit!"
Heute geht das Alternative Weltwasserforum zuende, welches seit Mittwoch, dem 14.03.2012, in Marseille stattfindet. Das Forum stellt die Gegenveranstaltung zum Weltwasserforum dar, das alle drei Jahre vom Weltwasserrat veranstaltet wird. Dieser besteht aus großen privaten Wasserkonzernen wie Veolia und Suez und öffentlichen Institutionen. Eines der Hauptanliegen ist es auf dem Forum die Rolle der privaten Unternehmen in der Wasserpolitik zu stärken.

Auf dem Alternativen Weltwasserforum diskutieren Regierungsvertreter, Vertreter zivilgesellschaftlicher Gruppen und Aktivisten aus aller Welt zu Problematiken wie Wasserknappheit und Wasserversorgung unter ökologischen und ökonomischen Aspekten. Sie versuchen, neue Lösungsansätze für die weltweite Wasserkrise zu finden. Die Gegner kritisieren die Privatisierung und Kommerzialisierung von Wasser und streben ein gemeinwohlorientiertes Wassermanagement in öffentlicher Hand an.
Zudem fordern sie, dass die Leitung des Weltwasserrats von einem internationalen Gremium unter Führung der UN übernommen werden soll. Besonders seit die UN 2010 das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und Abwasserversorgung anerkannt hat, werden die Forderungen Wasser als öffentliches Gut und nicht als Ware zu behandeln, lauter.

Um dieser Forderung auch gegenüber der Europäischen Kommission Nachdruck zu verleihen, wird der Europäische Gewerkschaftsverband für den öffentlichen Dienst (EGÖD) im April eine Europäische Bürgerinitiative "Wasser ist ein Menschenrecht" einreichen. Wenn diese angenommen wird, bleibt ein Jahr, um EU-weit eine Millionen Unterschriften zu sammeln. Sobald die Unterschriftensammlung beginnt, werden wir an dieser Stelle nähere Informationen bereitstellen.

Während auf internationaler Ebene nach Lösungen für die globale Wasserkrise gesucht wird, geht es in Deutschland vor allem darum, das Selbstverwaltungsrecht im Bereich der Daseinsvorsorge der Städte, Gemeinden und Landkreise zu sichern. Vielerorts wird die Wasserversorgung bereits aus der öffentlichen Hand gegeben. Doch es regt sich auch Widerstand. In Berlin gibt es z.B. den "Berliner Wassertisch", der gegen die Privatisierung kämpft. Diese Initiative ist ein gutes Beispiel für den erfolgreichen Einsatz gegen die Privatisierung von Wasser. Vor gut einem Jahr initiierte der Berliner Wassertisch den Volksentscheid "Unser Wasser", in dem sich die Mehrheit der Abstimmungsberechtigten überhaupt erstmal für die Offenlegung der Geheimverträge zur Teilprivatisierung der Berliner Wasserverträge aussprach. Geschehen ist bisher allerdings eher wenig. Der Wassertisch fordert, dass der Volksentscheid endlich umgesetzt wird und auch die Wasserpreise sinken.

Auf internationaler Ebene wird nach Lösungen für die globale Wasserkrise gesucht, doch kann man bereits auf regionaler Ebene mit Initiativen gegen die Privatisierungen erfolgreich sein. In vielen EU Ländern rudern lokale Behörden zurück, so zum Beispiel in Paris, und machen Wasser wieder zu einem öffentlichen Gut. Das Menschenrecht auf Wasser hat in seiner Umsetzung noch einen langen Weg vor sich, das Alternative Weltwasserforum ist ein Anfang, um sich zu vernetzen und gemeinsam nach Alternativen zu suchen.

Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link: http://www.fame2012.org/en/


Dieser Text wurde von Hanna Weil geschrieben, die gerade ein Praktikum in meinem Büro in Brüssel macht.