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14. März 2012
 
Lebensmittelverschwendung
Neue Studie des Verbraucherschutzministeriums zeigt Ausmaß
Laut einer neuen Studie, die die Universität Stuttgart im Auftrag des Verbraucherschutzministeriums durchgeführt hat, wirft jeder Bundesbürger pro Jahr im Durchschnitt rund 82 Kilo an Lebensmitteln einfach in den Müll. Weit mehr als die Hälfte davon (65 Prozent) wäre zumindest teilweise noch zu gebrauchen gewesen. Oft reicht das Überschreiten des auf Mindesthaltbarkeitsdatums um einen Tag, um die Verbraucher zum Wegwerfen zu bringen. Dabei sind viele Lebensmittel noch über das aufgedruckte Haltbarkeitsdatum hinaus bedenkenlos essbar.

Eine bessere Aufklärung der VerbraucherInnen ist dringend notwendig, schließlich summiert sich der Betrag, den eine 4-köpfige Familie "wegwirft", im Schnitt pro Jahr auf rund 940 Euro, auf Deutschland hochgerechnet sind es bis zu 21,6 Milliarden Euro pro Jahr, die die vermeidbare Verschwendung kostet. Am häufigsten auf dem Müll landen Gemüse und Obst - sie machen 44 Prozent aller vermeidbaren Lebensmittelabfälle in Privathaushalten aus.lebensmittel_eyelab.jpg

Doch auch Großverbraucher wie Gaststätten und Kantinen werfen viele Lebensmittel weg, die ebenfalls noch hätten verarbeitet werden können.

Das Verbraucherschutzministerium will nun sowohl Verbraucherinnen und Verbraucher, als auch Gastronomie und Hotelgewerbe über das Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln aufklären.

Den Grünen gehen die Vorschläge von Ministerin Aigner nicht weit genug. Sie fordern die Abschaffung von Agrarsubventionen, die auf pure Masse setzen statt auf Qualität. Schulen und Kitas sollten darin unterstützt werden, besseres Essen anzubieten. Außerdem muss Verbraucherinnen und Verbrauchern die Möglichkeit gegeben werden, bedarfsgerecht einzukaufen. So muss es möglich sein, auch einzelne Äpfel zu kaufen - Anstelle des Kilosackes. Ein weiteres Problem sind zum Teil vollkommen unsinnige, weil auf rein äußerliche Merkmale gerichteten Qualitätsvorgaben. So gelangen viele Äpfel gar nicht erst in den Verkauf, weil sie aufgrund ihrer zu geringen Größe aussortiert werden müssen.

Das Lebensmittelverschwendung ein weltweites Problem ist, zeigt mit einem erschreckenden und realistischen Blick auf die weltweite Lebensmittelindustrie und ihre Produktionsformen der Film „taste the waste", der im Herbst 2011 in die deutschen Kinos kam.
Weitere Infos zu diesem Film und dem dazugehörigen Buch finden Sie hier:
http://www.heide-ruehle.de/heide/fe/pub/de/dct/839

Die offizielle Pressemitteilung des Ministeriums sowie die Kurzfassung der Studie der Universität Stuttgart finden Sie unter folgendem Link: http://www.bmelv.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2012/67-AI-LMStudie.html;jsessionid=7015B4B248BA52E107BDFCB96FA1F619.2_cid163

Die offizielle Pressemitteilung von Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Grünen/EFA, gibt es hier: http://www.martin-haeusling.de/index.php?option=com_content&view=article&id=226:lebensmittelverschwendung-aigner-betreibt-verbraucherbeschimpfung&catid=17:pressemitteilungen&Itemid=68