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10. 05. 11
 
AKW Fessenheim sofort stilllegen
Offener Brief von Europaabgeordneten aus Baden-Württemberg und dem Elsass an Präsident Sarkozy
flickr_fessenheim.jpgIn einem offenen Brief an den französischen Präsidenten Sarkozy haben sich deutsche und französische Europaparlamentarier der Fraktion der Grünen/EFA und der Sozialdemokraten für eine sofortige Stilllegung des AKW Fessenheim eingesetzt. In ihrem Schreiben vom 10. Mai betonten die Abgeordneten aus dem Elsass und aus Baden-Württemberg sowohl die besondere Gefährdung, die von Fessenheim ausgeht, als auch die Notwendigkeit eines energiepolitischen Neuanfangs.

In Fessenheim steht das älteste noch aktive Atomkraftwerk Frankreichs. Obwohl nur für eine Lebensdauer von 20 Jahren konzipiert ist es seit 34 Jahren in Betrieb und hat dabei viermal mehr sicherheitsrelevante Vorfälle aufzuweisen als jedes andere französische AKW. Neben der veralteten Technik seiner zwei Druckwasserreaktoren wurde das AKW in einem von Überschwemmungen und erhöhter Erdbebengefahr bedrohten Gebiet erbaut.

Franziska Brantner (GRÜNE/EFA) kommentiert: "Der Schrottreaktor Fessenheim muss sofort stillgelegt werden. Dieses AKW hat seine vorgesehene Laufzeit schon um mehr als die Hälfte überschritten und seit Jahren häufen sich hier die Sicherheitsprobleme. Wir deutsche und französische Europaabgeordnete fordern Präsident Sarkozy daher auf, unverzüglich den Schutz der Menschen in der Region an erste Stelle zu setzen!"


Heide Rühle (GRÜNE/EFA) betonte: "Die Stilllegung von Fessenheim kann nur ein erster Schritt sein. Wir müssen uns in Europa deutlich mehr ins Zeug legen, um den Umbau unserer Energiesysteme hin zu erneuerbaren Energien zu beschleunigen."

 

Evelyne Gebhardt (S&D) stellt fest: "Anstatt diesen Pannenreaktor weiter zu betreiben, sollte er in eine Pilotanlage zur Erforschung und Erprobung der für den Abbau von Atomkraftwerken notwendigen Technologien umgewandelt werden. Das sichert Jobs und Know-How in der Region."

Peter Simon (S&D) unterstreicht: "Über die Stilllegung von Fessenheim hinaus brauchen wir gesamteuropäische Regelungen, die die Menschen vor solchen Pannenreaktoren schützen, denn atomare Gefahr kennt keine Grenzen. Nach den schrecklichen Ereignissen in Japan führt an einem Umdenken in Sachen Atomenergie kein Weg vorbei. In Baden-Württemberg haben wir mit der Abschaltung von Philippsburg und Neckarwestheim einen ersten Schritt gemacht. Der Schutz der Bürger muss vor dem Profit stehen."


>> Der offene Brief im Original (frz.)

(Foto: Nagadoudi - CC-Lizenz, bestimmte Rechte vorbehalten)