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02. 05. 11
 
EU-Berichterstattung: Sparwasserhähne sind die neuen Gurken.
Deutsche Medien sitzen Falschmeldungen auf
fotolia_wasserhahn.jpgZahlreiche deutsche Medien berichteten, die EU plane eine Pflicht zur Installation sparsamerer Wasserhähne. Die Berichte entbehren jedoch jeder Grundlage: „Es gibt weder neue Entscheidungen, noch stehen Entscheidungen bevor", so EU-Umweltkommissar Jan Potocnik.

Neue Nahrung für Stammtisch-Parolen


Scheinbar griffen zahlreiche Medien die Meldung auf ohne die Fakten zu prüfen und Kontakt mit der Kommission aufzunehmen. „Viele Journalisten haben hier nicht sauber gearbeitet und liefern damit Stoff für neue Stammtischgeschichten. So werden Ressentiments gegenüber der EU geschürt. Mit derlei Berichterstattung erzeugt die Presse eben jene EU-Verdrossenheit, die sie nachher in den Feuilletons beklagt. Ich bin gespannt, ob die Dementis nun ebenso prominent auf Seite eins erscheinen, wie die Falschmeldungen", so Heide Rühle.

Den Berichten zufolge plane die EU-Kommission angeblich, den Wasserverbrauch in den EU-Staaten zu begrenzen und Grundeigentümer und Haushalte mit entsprechenden gesetzlichen Regelungen zu belasten. „Die Kommission hat derzeit keinerlei Pläne, Spar-Wasserhähne vorzuschreiben oder EU-Staaten zu verpflichten, den Wasserverbrauch pro Kopf zu senken. Auch gibt es in diesem Bereich keinerlei Zielvorgaben", stellte die Kommission umgehend klar.

EU beschäftigt sich mit dem Problem des Wassermangels

Viele dieser Stammtischgeschichten haben einen wahren Kern, der sich bei näherem Hinsehen als vernünftig entpuppt: „Ziel der europäischen Wasserpolitik ist es, dass EU-weit qualitativ hochwertiges Wasser in ausreichenden Mengen fließt. Deshalb wird sich die Kommission 2012 in einer "Wasser-Blaupause" mit dem Problem des Wassermangels beschäftigen. In diesem Zusammenhang werden derzeit - wie stets in solchen Fällen - Studien angefertigt. Die technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Auswirkungen verschiedener Politikoptionen werden untersucht - sowohl mit oder auch ohne Regulierungen. Es gibt aber weder neue Entscheidungen, noch stehen Entscheidungen bevor", heißt es in einer Pressemitteilung der EU-Kommission.

Spar-Wasserhähne sind die neuen Gurken


Die breite Berichterstattung erinnert an die Berichterstattung zum >> Krümmungsgrad von Gurken. Damals schrieben viele Zeitungen, die EU habe den Krümmungsgrad von Gurken reguliert. Auch diese Berichte waren falsch, krumme Gurken hätten zu jeder Zeit verkauft werden dürfen - nur eben nicht als Gurken der Handelsklasse 1. „Sparwasserhähne scheinen die neuen Gurken zu sein", so Heide Rühle.

 

(Foto: M&S Fotodesign - Fotolia.com)