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19. 04. 11
 
Herkunftsangaben für Lebensmittel
Gesetzesentwurf zur Lebensmittelkennzeichnung im Ausschuss verabschiedet
photocase_original_daniel.schoenen_klein.jpgDer Ausschuss für Umwelt und Lebensmittelsicherheit im Europäischen Parlament hat über einen Gesetzesvorschlag zur Lebensmittelkennzeichnung abgestimmt.

Bei Fleisch, Fisch, Geflügel und Milchprodukten sowie bei anderen Lebensmitteln, die nur aus einer Zutat bestehen, soll es künftig eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung geben. Dies gilt auch für die Herkunft von Fleisch, Geflügel und Fisch in verarbeiteten Produkten.

Bei Fleisch soll angegeben werden, wo das Tier geboren, aufgezogen und geschlachtet wurde. „All diese Informationen erlauben den Verbraucherinnen und Verbrauchern eine bewusste Kaufentscheidung. Wer möchte, kann so beispielsweise auf Fleisch von Tieren verzichten, die lange und quälende Tiertransporte hinter sich haben", so Heide Rühle.

Lebensmittelimitate müssen gekennzeichnet werden


Die Abgeordneten forderten außerdem strengere Regelungen zu Lebensmittelimitaten und irreführenden Methoden wie der Beimischung von Wasser oder der Verwendung von Fleischkleber, die jetzt kenntlich gemacht werden müssen. Täuschungen auf Verpackungen, zum Beispiel die Abbildung von Früchten auf der Verpackung, die gar nicht in dem Produkt enthalten sind, werden verboten. Der Ausschuss unterstützte außerdem eine verpflichtende Kennzeichnung von Trans-Fetten. Das ist entscheidend, um auf die damit verbundenen Gesundheitsrisiken zu reagieren.

Keine Gesundheitsinformationen auf der Packungsvorderseite

Das Scheitern der Regelung zur Angabe von Gesundheitsinformationen auf der Packungsvorderseite bezeichnet die Fraktion allerdings als Rückschlag. „Aus Verbrauchersicht gibt es keinen einleuchtenden Grund, Gesundheitsangaben im Kleingedruckten auf dem Packungsboden zur verstecken", so Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Europäischen Parlament. Eine knappe Mehrheit hatte sich im Ausschuss gegen Gesundheitsangaben auf der Packungsvorderseite ausgesprochen.

Nun ist der Rat am Zug


Der Ausschuss entschied sich damit für strengere Kennzeichnungsregeln als der Rat. Nun müssen die Vertreter des Parlaments mit Blick auf die Abstimmung im Plenum mit dem Rat verhandeln. Folgt der Rat dem Vorschlag des Parlaments, kann das Gesetz im Juli im Plenum verabschiedet werden.

(Foto: photocase.com/ daniel.schoenen)