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Zulassung von Gentechnikpflanzen künftig leichter?
Neuer Richtlinienentwurf der Kommission sieht Vereinfachung vor
photocase_raposa_ausschnitt_klein.jpgNach einem neuen Vorschlag der Kommission soll es den Mitgliedsstaaten künftig erlaubt sein, Gentechnikanbau auf nationaler Ebene zu verbieten. Doch der Vorschlag hat eine Kehrseite: die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen soll künftig schneller und leichter möglich sein.

Die GRÜNEN im Europäischen Parlament kündigten an, einen solchen faulen Deal nicht mitzumachen: die Möglichkeit, die Zulassung gentechnischer veränderter Pflanzen auf nationaler Ebene zu verbieten, dafür aber ein einfacheres Zulassungsverfahren auf EU-Ebene einzuführen, löst nicht das Problem der Koexistenz von gentechnisch veränderten und gentechnikfreiem Anbau. „Die Verunreinigung durch gentechnisch veränderte Pflanzen macht an unseren innereuropäischen Grenzen nicht halt", so Heide Rühle, binnenmarktpolitische Sprecherin.

Risikoanalyse mangelhaft

Letzte Woche haben die Grünen eine >> Studie vorgestellt, die den von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit erarbeiteten Richtlinienentwurf zur Risikoabschätzung für genmodifizierte Pflanzen analysierte. Diese Studie zeigt, dass die Risikoanalyse der EFSA ernsthafte Mängel aufweist.  Die Verfahren der Risikoanalyse müssen dahingehend verbessert werden, dass Gefahren für die menschliche Gesundheit und Umwelt ausgeschlossen sind.

Gentechnikfreier Anbau darf nicht beeinträchtigt werden

„Uns ist es wichtig, dass der gentechnikfreie Anbau nicht beeinträchtigt wird", so Heide Rühle. Bereits jetzt gibt es immer wieder Kontaminationen von gentechnikfreiem Anbau durch GVOs. Strikte Haftungsnormen müssen sicherstellen, dass die Nutzer genmodifizierter Organismen für jegliche Schäden sowie für die Testkosten aufkommen.

 

Links:

>> Testbiotech opinion on EFSA's draft guidance on the environmental risk assessment of genetically modified plants
>> Der Vorschlag der Kommission im Original [EN]
>> Pressemitteilung der GRÜNEN Fraktion zum Vorschlag der Kommission
 

 

(Foto: photocase.com/raposa)