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Günstigeres Roaming und Informationen zu Fluggastrechten
Die Kommission setzt sich in Szene
photocased8g7egd650802061.jpgPünktlich zur Urlaubszeit geht die Europäische Kommission mit zwei Verbraucherschutzkampagnen in die Offensive: Beim Roaming werden die Preise gesenkt sowie Maßnahmen gegen Rechnungsschocks beim Datenroaming ergriffen. Und mit einer Informationskampagne möchte die Kommission Bahn- und Flugreisende über ihre Rechte informieren. Fazit: die Kommission setzt sich hier zu Recht in Szene, denn sie hat hier viel für die Verbraucherinnen und Verbraucher getan - vor allem, was Urlaubsreisen angeht.

Günstigeres Roaming

Viele Urlauber erlebten in den letzten Jahren einen großen Schock: Rechnungen, die manchmal bis an die 10.000€ und mehr aufwiesen. Der Grund: maßlos überhöhte Preise für das Datenroaming.

Zumindest im EU-Ausland sind die Preise für das Datenroaming nun gedeckelt:

  • Dank der EU-Roamingvorschriften gilt für das Datenroaming ab 1. Juli 2010 automatisch eine Kostenobergrenze von 50 EUR zuzüglich MwSt. (sofern der Nutzer keine andere Kostenobergrenze gewählt hat, die höher oder niedriger sein kann).
  • Die Betreiber sind verpflichtet, dem Nutzer eine Warnung zu schicken, sobald er 80 % der Kostenobergrenze für das Datenroaming erreicht hat. Wenn die Obergrenze erreicht ist, muss der Betreiber die Mobilfunk-Internetverbindung unterbrechen, sofern der Kunde nicht ausdrücklich erklärt, dass er die Nutzung von Datenroamingdiensten im betreffenden Monat fortsetzen möchte.
  • Die Preisobergrenze für Datenroaming sinkt auf der Vorleistungsebene von 1 EUR auf 80 Cent pro Megabyte. Doch Vorsicht, es handelt sich nicht um Endkundenpreise, das Datenroaming bleibt für Endkunden oft immer noch verhältnismäßig teuer.
  • Anders sieht es bei Sprachroaming aus: Der Höchstpreis für einen ausgehenden Roaminganruf wird von 43 Cent auf 39 Cent pro Minute (zzgl. MwSt.) gesenkt, und für einen eingehenden Anruf dürfen anstatt 19 Cent nur noch 15 Cent pro Minute (zzgl. MwSt.) verlangt werden. Die Preise für aus- und eingehende Anrufe auf Reisen innerhalb der EU werden somit um 73 % niedriger sein als noch im Jahr 2005, als die EU begann, gegen überhöhte Roamingtarife vorzugehen.

Das die Anbieter jedoch auch im Inland manchmal überhöhte Entgelte für mobile Datendienste erheben hat die Kommission bisher nicht zum Handeln bewegt, wie eine >> schriftliche Anfrage von Heide Rühle zeigt. Die Kommission verweist auf die nationalen Regulierungsbehörden. Doch in Deutschland sah sich die Bundesnetzagentur nicht genötigt, auch dagegen vorzugehen.

Informationen zu Fluggastrechten

Mit einer europaweiten Aufklärungskampagne möchte die Kommission Verbraucherinnen und Verbraucher über ihre Rechte bei Bahn- und Flugreisen informieren. Die Kommission begründet die Kampagne damit, dass zwar die Rechte von Bahn- und Flugreisenden durch EU-Vorschriften verbessert wurden, aber nicht alle Fahr- und Fluggäste wissen, welche Rechte ihnen zustehen.
Die Kommission möchte in den Flughäfen und Bahnhöfen aller EU-Mitgliedstaaten Poster anbringen lassen, um die Reisenden noch rechtzeitig vor Beginn der Ferienzeit auf ihre Rechte hinzuweisen. Zur Kampagne gibt es auch eine >> Homepage.

Das Wissen um Fahr- und Fluggastrechte ist jedoch nur ein erster Schritt. Manche Fluggesellschaften verweigern den Passagieren immer wieder die Ihnen zustehenden Entschädigungen oder zögern die Auszahlungen hinaus, wie man an der Vielzahl von Beschwerden bei der Kommission, beim Luftfahrtbundesamt und den Verbraucherzentralen sehen kann. Hier sind vor allem die Gerichte gefordert, denn je mehr Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Rechte auch einklagen.