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16. 06. 10
 
Parlament lehnt Ampelkennzeichnung für Lebensmittel ab
Neue Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung ist trotzdem ein Schritt in die richtige Richtung
Das Europäische Parlament hat heute eine Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung angenommen. Dazu erklärt Heide Rühle, binnenmarktpolitische Sprecherin der GRÜNEN/EFA im Europäischen Parlament:

"Das Europäische Parlament hat sich mit der heute verabschiedeten Verordnung zur Lebensmittelkennzeichnung für ein bisschen mehr Verbraucherschutz ausgesprochen. Die Verordnung ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung, ein großer Wurf ist sie jedoch nicht. Trotz einiger Schwächen haben die Grünen den Vorschlag unterstützt. Er bringt richtige Fortschritte für die Verbraucher, die wissen wollen, was sie essen.

Leider hat sich das Parlament der Industrielobby gebeugt und die Lebensmittelampel abgelehnt. Die Kennzeichnung in Rot, Gelb und Grün hätte Verbrauchern einfache und verständliche Informationen über die Inhaltstoffe von Nahrungsmitteln geliefert. Die Mehrheit der Abgeordneten lehnte eine Regelung ab, die die Einführung der Ampelkennzeichnung auf nationaler Ebene ermöglicht hätte. Wir hoffen jedoch, dass der Rat diese Einschränkung nicht akzeptieren wird. Trotzdem müssen die Hersteller nun Angaben zu Energie-, Salz-, Zucker- und Fettgehalt auf der Vorderseite der Verpackung abdrucken.

Die Herkunft von Fleisch, Fisch, Geflügel und Milchprodukten muss erstmals angegeben werden. Verbraucher werden so erfahren, wo die Tiere geboren, aufgezogen und geschlachtet wurden und haben so die Möglichkeit, regionale Produkte zu bevorzugen und lange Tiertransporte zu vermeiden. Das brint mehr Transparenz für Verbraucherinnen und Verbraucher.

Die Abgeordneten stimmten für einige kleinere, aber wichtige Verbesserungen. Milch, die behandelt wurde, um länger als 7 Tage trinkbar zu sein, darf nicht mehr als Frischmilch gekennzeichnet werden. Ungesunde Transfette, Appetitanreger und Nanofood (Lebensmittel, die Nanopartikel enthalten) sollen von nun an gekennzeichnet werden. Wenn Lebensmittel Süßstoffe enthalten, muss dies auf der Vorderseite der Verpackung angegeben werden. Lebensmittelimitate, wie gefälschter Käse oder falscher Schinken, müssen als solche angegeben werden."