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EU-Kommission lässt Gen-Kartoffel Amflora zu
Erste Zulassung einer Gentechnikpflanze seit 12 Jahren
photocase_himberry_ausschnitt.jpgJohn Dalli, EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, hat den Anbau der gentechnisch modifizierten Kartoffelsorte Amflora sowie deren Verwendung als Futtermittel genehmigt. Zudem wurden drei gentechnisch veränderte Maissorten als Lebens- und Futtermittel zugelassen. „Die Zulassung ist unverantwortlich", so Heide Rühle. „Amflora enthält Resistenzgene gegen zwei wichtige Antibiotika und bedroht den gentechnikfreien Kartoffelanbau".

Die Freisetzungsrichtlinie der EU sieht ein abgestuftes Entscheidungsverfahren für eine Zulassung vor. Wenn die Mitgliedsstaaten begründete Bedenken gegen eine Zulassung vorbringen, muss der Rat mit qualifizierter Mehrheit entscheiden. Da es im Rat keine qualifizierte Mehrheit für oder gegen die Zulassung gab, wurde die Angelegenheit zurück an die Kommission überwiesen, die sich für eine Zulassung aussprach.

Umstrittener Beschluss

Die BASF hatte die Zulassung für die Genkartoffel bereits 1996 beantragt. Amflora ist besonders umstritten, da sie ein Antibiotikaresistenzgen gegen zwei wichtige Antibiotika enthält. Sowohl die Weltgesundheitsorganisation WHO als auch die Europäische Arzneimittelbehörde EMEA stufen die Antibiotika als besonders wichtige antibakterielle Substanzen für den Kampf gegen Tuberkulose ein. Die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA, die bisher alle gentechnisch veränderten Pflanzen als bedenkenlos einstufte, sah darin jedoch keinen Grund, sich gegen die Zulassung von Amflora auszusprechen.

Zulassung ist fahrlässig

Die Kartoffel wurde allein für industrielle Zwecke gezüchtet und soll der Stärkeproduktion dienen. „Niemand in Europa braucht die Amflora. Sie ist überflüssig, da es schon Kartoffeln mit der gleichen Eigenschaft gibt, ganz ohne Gentechnik. Zugleich ist die Zulassung fahrlässig", betonte der agrarpolitische Sprecher der GRÜNEN im Europaparlament, Martin Häusling. Zudem bedroht der Anbau von Amflora die heimischen Kartoffelbauern. Selbst EFSA räumt ein, dass dass die Lebensmittelbranche mit Kontaminationen durch den Anbau und die Weiterverarbeitung zu rechnen hat. Bislang ist die Kartoffelbranche in ganz Europa gentechnikfrei.


Weiterführende Links: 

 

>> Pressemitteilung von Martin Häusling, Fraktion GRÜNE/EFA im Europäischen Parlament

>> Information der Bundestagsfraktion zur Zulassung von Amflora

>> Artikel von Greenpeace zur Zulassung von Amflora

>> Pressemitteilung der Kommission zur Zulassung von Amflora

 

(Foto: photocase.com/ himberry)