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01. 11. 09
 
SEPA: Startschuß für europaweite Lastschrift
Deutsches Lastschriftverfahren jedoch weiterhin gültig
sepalogo_.jpgZu Beginn des Jahres 2008 fiel der Startschuss für den Euro-Zahlungsraum SEPA (Single Euro Payments Area). Mit SEPA sollen europäische Bankgeschäfte genauso einfach werden, wie Bankgeschäfte im Inland. Ziel ist es die Barrieren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr innerhalb der EU inklusive Island, Norwegen, der Schweiz und Liechtenstein aufzuheben. Daher wurden im SEPA-Projekt gemeinsame Standards für die Bereiche SEPA-Lastschrift, SEPA-Kartenzahlung und SEPA-Überweisung entwickelt, die zum Teil schon seit Anfang 2008 in Kraft getreten sind.

Die SEPA-Lastschrift

Seit dem 02.11.2009 existiert nun die Möglichkeit eines grenzüberschreitenden SEPA-Lastschrift-Verfahrens. Über 2.600 europäische Geldinstitute werden sich ab November beteiligen, wie auch das das Gros der deutschen Geldinstitute. Einige wenige Privatbanken und die Sparkassen werden den Service allerdings erst im Laufe des nächsten Jahres bereitstellen, wie der Bundesverband deutscher Banken erläutert.

Das SEPA-Lastschrift-Verfahren wird vorerst parallel zum bisherigen deutschen Lastschriftverfahren laufen, so dass aktuelle Lastschriften vorerst nicht von der Neuregelung betroffen sind. Der Bankenverband sieht allerdings langfristig keine andere Möglichkeit als das deutsche Lastschriftverfahren zu Gunsten des SEPA-Verfahrens abzuschaffen, denn nur so könne "die politische Zielsetzung eines einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraums in Europa Realität werden". Ob und wann dies eintritt, hängt wohl auch davon ab, wie gut und schnell sich das SEPA-Verfahren etabliert. In einigen Staaten, wie z.B. Polen oder Griechenland werden bisher kaum Lastschriftverfahren genutzt, wohingegen die Deutschen pro Person und Jahr ca. 100 mal per Lastschrift zahlen. Laut EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy gebe es in den meisten Mitgliedstaaten auch noch Widerstand gegen die Festsetzung eines verbindlichen Termins für den vollständigen Übergang zu SEPA, insbesondere weil die erwarteten Vorteile noch theoretischer Natur seien.

Für Unternehmer birgt es grundsätzlich Vorteile. So mussten sie in fast allen Ländern, in denen sie tätig waren, ein Konto unterhalten. Künftig soll ein Konto bei der Hausbank genügen, um alle Bankgeschäfte europaweit abwickeln zu können.

Verbraucherschützer ziehen gemischte Bilanz, aber Vorteile überwiegen

Auch für Verbraucher erleichtert dieses Verfahren zwar beispielweise das Abonnieren einer französischen Zeitschrift oder das Bezahlen der Stromrechnung im Ferienhaus. Allerdings beinhaltet es auch einige Nachteile im Vergleich zur deutschen Lastschrift, die kritisch zu bewerten sind. Die Möglichkeit einer Rückbuchung ohne Angabe von Gründen liegt bei der deutschen Lastschriften liegt bei sechs Wochen nach Rechnungsabschluss, der meist nach Quartalsende erfolgt. Diese Möglichkeit ist bei der SEPA- Lastschrift auf acht Wochen nach der durchgeführten Buchung begrenzt und demnach geringer. Außerdem gibt es beim SEPA-Verfahren für Einsprüche gegen Fehler eine Ausschlussfrist nach 13 Monaten ab dem Tag nach der Belastung, was einen weiteren negativen Aspekt für Verbraucher darstellt.

Interessant wird die Entwicklung der Rechtssprechung bezüglich Lastschriftverfahren, da zwei unterschiedliche Verfahren parallel angewendet werden und auch die Möglichkeit besteht innerstaatlich das SEPA-Verfahren anzuwenden.

Insgesamt gesehen ist aber die gemeinsame europäische Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs zu begrüßen.