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05. Mai 2009
 
Europaweites Handelsverbot für Robbenprodukte beschlossen
Parlament schließt Schlupflöcher im Gesetzentwurf
robbe_original_photocase_obivan_klein.jpg"Das heute verabschiedete europaweite Handelsverbot für Robbenprodukte ist ein großer Erfolg. Durch die ab 2010 gültigen Handelsbeschränkungen wird die kommerzielle Robbenjagd endlich auf effektive Weise begrenzt. Dieser Schritt war überfällig: In den USA und einem Teil der EU-Länder ist der Verkauf von Robbenfellen, Ölen oder Robbenfleisch längst verboten", kommentierte Heide Rühle die Entscheidung des Parlaments.

Robben werden innerhalb und auch außerhalb der EU kommerziell gejagt, um aus ihnen eine große Bandbreite an Erzeugnissen zu gewinnen: Fleisch, Öl, Organe und Felle. Die daraus hergestellten Produkte, wie unter anderem Textilien aus verarbeiteten Robbenhäuten und -fellen sowie Omega-3-Kapseln, werden auch auf dem Gemeinschaftsmarkt gehandelt, wobei es für Verbraucher schwierig oder gar unmöglich ist, sie von ähnlichen, nicht von Robben stammenden Produkten zu unterscheiden.

"Wir konnten verhindern, dass ein Schlupfloch für „nach tierschutzkonformen Methoden" getötete Robben in das Gesetz aufgenommen wurde. Eine "tierschutzkonforme" Jagd ist aufgrund der klimatischen und geographischen Bedingungen nahezu unmöglich und auch nicht zu kontrollieren. Das bestätigen Europäische Experten und selbst eine kanadische Regierungskommission. Ausnahmeregelungen vom Handelsverbot gibt es nur für Robbenerzeugnisse, die aus der traditionellen Jagd der Inuit stammen", erläuterte Heide Rühle.

Innerhalb der EU werden Robben noch in Schweden, Finnland und Schottland getötet, wobei dies vor allem mit dem Schutz von wichtigen Fischgründen gerechtfertigt wird. Dazu erklärte Heide Rühle: "Der Rat bestand drauf, dass "zur Sicherung der Fischbestände" auch in Zukunft Robben in kleinen Mengen gejagt werden dürfen. Diese Argumentation ist nicht überzeugend - Robben und Fische leben von Natur aus seit Jahrmillionen in einem Gleichgewicht. Um Missbrauch zu verhindern haben wir erfolgreich darauf bestanden, dass diese Produkte anschließend nicht gewinnbringend verkauft werden dürfen."

Die Verordung wird bereits in zehn Monaten in Kraft treten.

 

Links:

>> Der Beschluss im Original auf der Homepage des Europäischen Parlaments

>> Die Aussprache als Videoaufzeichnung auf der Homepage des Europäischen Parlaments

>> Pressemitteilung zur politischen Einigung zwischen Rat und Parlament im Vorfeld der Entscheidung



 

 

(Foto: obivan/ photocase.com)