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23. April 2009
 
Neue Regeln für Ratingagenturen
Verordnung zieht erste Konsequenzen aus der Finanzmarktkrise
photocase_checka_ausschnitt_geld.jpgZur heutigen Abstimmung über die neuen Regeln für Ratingagenturen erklärt Heide Rühle, binnenmarktpolitische Sprecherin der Grünen/EFA im Europäischen Parlament:

"Mit der heute verabschiedeten Verordnung werden erste Konsequenzen aus der Finanzmarktkrise gezogen. Verbindliche Regeln für Ratingagenturen waren längst überfällig, konnten die Ratingagenturen doch bisher weitgehend frei entscheiden, wie und nach welchen Kriterien sie Unternehmen und Finanzprodukte bewerteten. Ratingagenturen waren mit zweifelhaften Bewertungen für die aktuelle Finanzkrise mitverantwortlich.

Auch wenn wir unsere Forderung nach einer öffentlichen Ratingagentur nicht durchsetzen konnten, ist es mit der bisher praktizierten Selbstregulierung vorbei. Durch ein europaweites Registrierungsverfahren für Ratingagenturen werden die europäischen Aufsichtsbehörden in Zukunft die Tätigkeit von Ratingagenturen überhaupt erst kontrollieren können.

In Zukunft dürfen Ratingagenturen ihre Kunden außerdem nicht mehr gleichzeitig benoten und beraten. Damit wird der untragbare Interessenkonflikt zwischen Ratingagenturen und ihren Kunden beendet. Außerdem müssen künftig den Ratings zugrundeliegende Bewertungskriterien und ein jährlicher Transparenzbericht veröffentlicht werden.

Nachdem sich die Unterhändler des Parlaments, des Rates und der Kommission bereits im Vorfeld der Abstimmung auf einen Kompromiss in erster Lesung verständigt haben, können die neuen Regeln noch in diesem Jahr in Kraft treten."

 



(Foto: checka/photocase.com)