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Türkei: fragwürdiger Prozess gegen das Kloster Mor Gabriel
Schriftliche Anfrage von Heide Rühle und Cem Özdemir an die Kommission
anfrage.jpgIn einer schriftlichen Anfrage an die Europäische Kommission wiesen die Europaabgeordneten Heide Rühle und Cem Özdemir auf die schwierige Situation des Klosters Mor Gabriel in der Türkei hin.
Das geistliche Zentrum der syrisch-orthodoxen Christen Kloster Mor Gabriel in der Türkei (Mardin, Midyat) wird angeklagt, unrechtmäßig Land beansprucht zu haben. Die drei Ortsvorsteher der angrenzenden Dörfer Güngören, Eglence und Yayvan beklagen, dass ihre Dorfgrenzen verletzt sowie 100 Hektar Land durch das Kloster besetzt worden seien.

Das etwa 1600 Jahre alte Klosters Mor Gabriel ist ein wichtiges religiöses und kulturelles Zentrum der Region und leistet einen wichtigen Beitrag für den interreligiösen und -kulturellen Dialog in der Türkei. Laut Kurayakos Ergün, Vorsitzender der Stiftung von Mor Gabriel, wurden die Mauern des Klosters vor 20 Jahren errichtet, um die umliegenden Bäume und Weideflächen vor Zerstörung zu schützen.

Kommission verfolgt aufmerksam die Katasterarbeiten

Die Entwicklungen bezüglich der laufenden Katasterarbeiten und des Grundeigentums des Klosters Mor Gabriel im Südosten der Türkei werden von der Europäischen Kommission aufmerksam verfolgt. Die Kommission hat diese Themen im Rahmen des regelmäßigen politischen Dialogs mit der türkischen Regierung angesprochen und wird dies gegebenenfalls auch in Zukunft tun.

Hinsichtlich ähnlicher Fälle hat die Kommission im Fortschrittsbericht über die Türkei für das Jahr 2008 konstatiert, dass die syrische Gemeinde weiterhin Problemen bezüglich der Eigentumsfrage gegenübersteht. Es sind vermehrt Beschwerden über die Beschlagnahme ihres Eigentums eingegangen, insbesondere im Kontext der Katasterarbeiten. Offenbar betreffen diese Probleme nicht nur Einzelpersonen, sondern auch religiöse Einrichtungen.

>> Die Anfrage von Heide Rühle und Cem Özdemir, sowie die Antwort der Kommission im Volltext