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Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Nicht nur für Frauen von Bedeutung
photocase_original_dokumentiert_klein.jpg Probleme in der Vereinbarkeit von Beruf und Familie grenzen Mütter vom Arbeitsmarkt aus bzw. verschlechtern oft ihre Chancen auf eine berufliche Karriere. Dies bedeutet nicht nur in Sachen Gleichstellung einen klaren Nachteil für Frauen, sondern ist auch für die Familien insgesamt und darüber hinaus letztendlich für die gesamte Volkswirtschaft schädlich. So sind in Deutschland alleinerziehende Mütter und kinderreiche Familien überproportional von Armut betroffen, da hier die Erwerbsquote besonders niedrig ist.

Sind Beruf und Familie nicht vereinbar, sind Kinder häufig ein Armutsrisiko. Die Europäische Union weiß um diese Problematik und stellt die Gleichstellung der Geschlechter in das Zentrum ihrer Sozial- und Beschäftigungspolitik. So heißt es in dem Papier "Gleichstellung von Frauen und Männern in der Europäischen Union" der EU-Kommission: "Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist auch untrennbar mit dem allgemeinen Ziel der EU verknüpft, Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit, bessere Arbeitsplätze und mehr sozialen Zusammenhalt zu fördern. Sie ist ein Schlüsselaspekt des Vorgehens der EU bei der Inangriffnahme der Herausforderungen, mit denen Wirtschafts-, Beschäftigungs- und Sozialpolitiken konfrontiert sind, und Teil der breiteren EU-Strategie für Wachstum und Beschäftigung."

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist daher auf der europäischen Agenda ein wichtiges Thema. Im EG-Vertrag ist die grundsätzliche Gleichstellung von Mann und Frau (Art. 2 EG-Vertrag) als Ziel festgeschrieben und die Gemeinschaft wird neben den Mitgliedsstaaten im Bereich der Chancengleichheit von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt und der Gleichbehandlung am Arbeitsplatz tätig (Art. 137 EG-Vertrag). Im Jahr 2000 hat der Europäische Rat im Rahmen der Lissabon-Strategie das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2010 die Frauenerwerbsquote auf 60% zu steigern.

Um dieses Ziel zu erreichen, haben die EU-Institutionen ein vielfältiges Instrumentarium zur Hand. Neben den rechtlichen Grundlagen und dem verankerten Konzept des Gender Mainstreaming werden daraus abgeleitete konkrete Aktionsprogramme und finanzielle Unterstützung in Form von Strukturfonds und Fördermitteln angeboten. Die Links zu den entsprechenden offiziellen Internetseiten befinden sich unten.

  • Um die Gleichstellung von Frauen und Männern konkret fördern zu können, stellt die Europäische Union Finanzmittel bereit.
>> Fördermittel/ Finanzierungsmaßnahmen

  • Der Begriff Gender Mainstreaming („durchgängige Gleichstellungsorientierung“) bezeichnet den Versuch, der Gleichstellung der Geschlechter. Er geht über die bisherige Frauenförder- und Gleichstellungspolitik hinaus, denn die Überlegungen zielen ausdrücklich auf ein übergreifendes Rollenverständnis für beide Geschlechter - für Frauen und Männer - auf allen gesellschaftlichen Ebenen durchzusetzen. Mit dem Amsterdamer Vertrag von 1997 machte die EU das Konzept zum offiziellen Ziel ihrer Gleichstellungspolitik. So betrifft dieses Ziel auch insbesondere die Bereiche Arbeit und Familie.
>> Einschlägige Rechtsakte und Veröffentlichungen der EU zum Thema Gender Mainstreaming - Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben

  • Im Auftrag der Europäischen Kommission wurde 2004 einen Diskussionspapier zum Thema "Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland" für Deutschland erstellt. Hier die links zum Papier (englisch) und der Zusammenfassung (deutsch).
>> Papier zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Deutschland (engl.)

>> Zusammenfassung (dt.)

  • Daten und Zahlen - Eine Auswahl:
>> "Familiale Arbeitsteilung in den Ländern der Europäischen Union: Länderstudie Deutschland". Ein von der DFG gefördertes Forschungsprojekt an der Uni Würzburg, 2000-2003.

>> Studie "Unternehmen Familie" im Auftrag der Robert Bosch Stiftung

>> Bundesamt für Statistik Datenreport 2006

>> OECD Familien-Datenbank (engl.)

>> Studie der Europäische Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen: Working time and work–life balance in European companies (2004/2005, engl.)



 

(Photo: photocase.de/www.dokumentiert.de)