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Gender Mainstreaming in der Beschäftigungspolitik der EU
Mit Vertragswerken gegen Männerküngelei?

photocase_original_bit_klein.jpgMit Vertragswerken gegen Männerklüngelei?

Frauen sind formal - Artikel 2 EG-Vertrag - gleichberechtigt. Die Umsetzung dieser gesetzlich geforderten Gleichstellung der Geschlechter funktioniert in der Praxis leider noch nicht immer.

Zwar schließen mehr junge Mädchen das Gymnasium mit dem Abitur ab und erreichen im Anschluss einen Hochschulabschluss. Doch wo verbleibt dieses Potenzial?
Die Gründe dafür sind an mehreren Stellen zu suchen: Einer davon ist jedoch der, dass egal, ob Frauen im öffentlichen Dienst oder in einem privatwirtschaftlichen Unternehmen tätig sind. Gegen „Old Boy"-Netzwerke, die Klüngelei unter Männern fördern, ist als Einzelne meist nur schwer anzukommen. Die Folge ist, dass sie nicht proportional ihres Bevölkerungsanteils an Entscheidungsprozessen beteiligt sind.
Bereits 2002 hat die EU mit der Richtlinie 2002/73/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates einen wichtigen Schritt zur Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichbehandlung in Beschäftigungsfragen getan.


Ein Fahrplan für die Gleichstellung


Im Jahr 2006 folgte der >>"Fahrplan", der bis 2010 sechs vorrangige Bereiche für EU-Maßnahmen in Bezug auf die Gleichstellung von Frauen und Männern festlegt.

Im Rahmen der >> Lissabon-Strategie wurden Maßnahmen entwickelt, die eine erleichterte Vereinbarung von Beruf und Familie durch flexible Arbeitszeiten ermöglichen, aber auch Maßnahmen zur gezielten Bekämpfung von Geschlechterstereotypen, die Frauen den Aufstieg in die höheren Etagen von Wirtschaft und Politik verbauen. Auch die korrekte >> Umsetzung des bestehenden Gemeinschaftsrechts trägt zur Erreichung des Ziels bei.


Gender Mainstreaming in den Mitgliedstaaten / EU27

>> Gender Mainstreaming bedeutet, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, da es keine geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.
In Deutschland stellen die GRÜNEN durch die >> Quotenregelung die im Vergleich zu anderen Parteien überproportionale Vertretung von Frauen in allen Amts- und Mandatsbereichen sicher.
In Norwegen tritt zum 1.1.2008 die letzte Stufe der Quote für Aufsichtsräte in Kraft. Vierzig Prozent Mitglieder müssen Frauen (oder Männer) sein, die Sanktionierung geschieht über Bußgelder und reicht bis zur Zwangsauflösung.
Letztes Jahr wurde auf europäischer Ebene ein Expertennetzwerk, das sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter, soziale Einbindung und Gesundheit einsetzt, aufgebaut. Dieses soll nun auf der Grundlage der erzielten Ergebnisse im Lauf des Jahres 2008 die nationalen Strategien von der "Gender"-Perspektive aus unter die Lupe nehmen. Schwerpunkt der Studie wird die Erweiterung des Wissens über die sozioökonomische Auswirkung von Pensionssystemen für Frauen sein.


Lebens- und Arbeitsverhältnisse in Europa


Die EUROSTAT-Studie aus dem Frühjahr 2008 zu den >> Lebens- und Arbeitsverhältnissen in den EU27 verzeichnet zwar ein Drittel der Managerposten in Unternehmen als von Frauen besetzt, die allgemeine Erwerbsquote der Frauen liegt jedoch in allen Mitgliedstaaten weiterhin unter der der Männer. Besonders deutlich wird das auf der nationalen Ebene des Politikbereiches, wo lediglich ein Viertel der Abgeordneten in den Parlamenten weiblich ist. Eine Vorreiterrolle nimmt in diesem Zusammenhang das Europäische Parlament ein, das mit rund einem Drittel weiblicher Abgeordneter deutlich vor dem Rat und der Kommission liegt, wo nur 16 bzw. 18% Entscheidungspositionen von Frauen besetzt sind.

Um sich einen Überblick über die Gender Mainstreaming-Programme und -Tätigkeiten der EU zu verschaffen, finden Sie hier eine Linkliste:

 

 

  • Auflistung der Tätigkeiten im Rahmen des Fahrplans 2006 - 2010 zur Gleichstellung

>> Gender Mainstreaming-Maßnahmen in der EU

  • Jahresberichte aus dem Bereich Gleichbehandlung und Orientierung für Gender Mainstreaming
>> Tätigkeitsberichte zu den Entwicklungen im Bereich Gleichbehandlung und Orientierung für Gender Mainstreaming der Politikbereiche
  • Der Status quo: Lebens- und Arbeitsverhältnisse von Frauen und Männern in Europa
>> Zusammenfassende Betrachtung der EUROSTAT-Studienergebnisse „Das Leben von Frauen und Männern in Europa - Ein statistisches Porträt"
  • Die konkreten Beispiele verwirklichter Gender Mainstreaming-Projekte der letzten Jahre in 30 europäischen Ländern
>> Gender Mainstreaming-Projekte der Kommission (engl.)
  • Einen Meilenstein auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit in der EU stellt der Vertrag von Amsterdam dar, der 1999 in Kraft trat. Dieser Vertrag hat die Grundsätze der Gleichstellung von Männern und Frauen und der Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts bzw. der sexuellen Ausrichtung im EG-Vertrag verankert. Die Chancengleichheit von Frauen und Männern stellt nun auch einen der Eckpfeiler in der Beschäftigungspolitik dar.
>> Der Vertrag von Amsterdam

 






(Photo: photocase.com/bit.it)