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Quietschbunt und ungesund
Europaabgeordnete fordern ein Verbot von Azofarbstoffen in Lebensmitteln.
azofarbstoffe_klein.jpg Gemeinsam mit Europaabgeordneten anderer Fraktionen hat Heide Rühle, binnenmarktpolitische Sprecherin der GRÜNEN/EFA im Europäischen Parlament, eine schriftliche Erklärung1 zum Verbot bestimmter Azofarbstoffe2, sowie des Farbstoffes Chinolingelb in Lebensmitteln initiiert. Damit schließen sich die Europaabgeordneten einer Forderung des Dachverbandes der Europäischen Verbraucherorganisationen (BEUC), des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen, sowie vierzig weiterer Verbraucherverbände in ganz Europa an. Dazu erklärt Heide Rühle:

„Nach einer Studie der Universität Southampton, sowie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, stehen bestimmte Azofarbstoffe, sowie der Farbstoff Chinolingelb im Verdacht, sich negativ auf das Verhalten von Kindern auszuwirken. So sollen die Farbstoffe für Konzentrationsschwierigkeiten, Aggressivität und Hyperaktivität verantwortlich sein. Bereits bekannt ist, dass manche der genannten Stoffe Allergien auslösen können.

Die Farbstoffe werden vor allem in Softdrinks und Süßigkeiten verwendet. Trotzdem sieht die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit keinen Anlass, die Zusatzstoffe zu verbieten. Auch wenn es sich um einen Verdacht handelt, gibt es keinen Grund, die Farbstoffe nicht zu verbieten. Kein Farbstoff ist unverzichtbar. Es gibt auch Lebensmittelfarben, die nicht im Verdacht stehen, die Gesundheit von Kindern zu gefährden.

Daher fordern wir mit einer schriftlichen Erklärung das Verbot dieser Azofarbstoffe, sowie des Farbstoffes Chinolingelb. Dass es auch ohne Azofarbstoffe geht, beweisen zahlreiche süße Naschereien, die mit natürlichen Farbstoffen gefärbt wurden."

 

>> Originaldokument: Die schriftliche Erklärung

>> Liste der Süßigkeiten, die bestimmte Azofarbstoffe enthalten, auf der Homepage von Konsument.at

>> Homepage des Dachverbandes der Europäischen Verbraucherzentralen (BEUC)

>> Homepage des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen


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Anmerkungen:

(1) Eine schriftliche Erklärung wird von bis zu 5 Abgeordneten vorgelegt. Wird diese Erklärung von der Mehrheit der Mitglieder des Parlaments unterzeichnet, muss der Präsident des Europäischen Parlaments die Erklärung veröffentlichen und an die entsprechenden Institutionen weiterleiten.

(2) Es handelt sich um die Lebensmittelfarbstoffe Lebensmittelfarbstoffe Tartrazin (E102), Chinolingelb (E104), Sunsetgelb FCF (E110), Carmoisin (E122), Ponceau 4R (E124) und Allurarot AC (E129).

 


 

(Foto: photocase.de/ Patrik Tschenett)