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24. 01. 08
 
Klimaschutzpaket: 20% sind zu wenig
Wirtschaftsausschuss sieht hohes Einsparpotential bei effizienterer Energienutzung

windkraft_klein.jpgAm 23. Januar stellte Kommissionpräsident Barroso das „Energie- und Klimapaket" der Europäischen Kommission vor. Mit dem Paket soll der Anteil der erneuerbaren Energien auf 20% steigen und die CO2-Emissionen um 20% gesenkt werden. Auch in Bereichen, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, sollen die Mitgliedsstaaten CO2 einsparen. Dazu gehören etwa Straßenverkehr, Gebäude, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft.

20% vergeudete Energie

Es wird höchste Zeit, dass konkrete Maßnahmen zur Senkung der Emissionen vorgestellt wurden. Die GRÜNEN im Europäischen Parlament kritisierten jedoch, dass eine Reduktion um nur 20% zu wenig sei. „In Europa werden alleine 20% der Energie durch Ineffizienz vergeudet", erklärte Heide Rühle. Darauf hatte der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments bereits in einer Stellungnahme vom November letzten Jahres hingewiesen. Die GRÜNEN forderten 30% gegenüber 1990 als verbindliches Reduktionsziel.

Hohes Einsparpotential

Heide Rühle merkte an, dass das Gesamtpotenzial der Energieeinsparung auf den Sektoren Wohngebäude und kommerzielle Gebäude auf rund 27 % bzw. 30 % des Energieverbrauchs geschätzt werde. Die Parlamentarier im Wirtschaftsausschuss hatten die Mitgliedstaaten bereits 2007 dazu aufgefordert, die Möglichkeit, bei der Renovierung und Sanierung privater Wohngebäude zwecks Verbesserung der Energieeffizienz einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz vorzusehen, voll auszuschöpfen. Außerdem solle der Rat über weitere Steuererleichterungen nachdenken, die andere Anreize bieten könnten, die Energieeffizienz von Gebäuden zu verbessern.

Ineffizienz kostet über 100 Mrd. Euro jährlich

„Durch unsere Unfähigkeit, Energie effizient zu nutzen entstehen bis 2020 unmittelbare Kosten von über 100 Mrd. Euro jährlich", so Heide Rühle. Unsäglich sei es, dass Gabriel und Glos von einem „Wettbewerbskrieg" oder einem „Vernichtungsfeldzug" sprechen, wenn es um die Reduktion der Treibhausgase gehe. Langfristig gesehen sei Klimaschutz ein Wettbewerbsvorteil. Der Wirtschaftsausschuss des Europäischen Parlaments wies 2007 darauf hin, dass die Verwirklichung von Energieeinsparungen das wirksamste Mittel sei, Kohlenstoffemissionen zu verringern und den Aufbau eines großen und eine Führungsrolle einnehmenden Marktes für energieeffiziente Technologien und Produkte zu fördern.

 

>> Stellungnahme des Ausschusses für Wirtschaft und Währung

>> Pressemitteilung von Rebecca Harms zur Vorstellung des Klimaschutzpaketes

>> Stop Climate Change - Kampagne der Fraktion Grüne/EFA im EP

 

 

 


(Foto: photocase.com/ b.sign)