30.Dez.2004
 
'Wir lassen uns nicht abspeisen'
Grüne präsentieren europaweite Kampagne für eine bessere Lebensmittelqualität

Die Grünen im Europäischen Parlament haben heute in Brüssel ihre europaweite Kampagne für eine bessere Lebensmittelqualität und Esskultur vorgestellt. Unter dem Motto "Wir lassen uns nicht abspeisen!" starten damit die Grünen als erste Parteienfamilie im Europäischen Parlament eine breit angelegte politische Single-Issue-Kampagne in ganz Europa.

Die Kampagne, die von der belgischen Agentur Kadratura entwickelt wurde und bis Anfang März 2004 dauern wird, besteht derzeit aus neun Werbemotiven, die in den alten und neuen EU-Staaten über Plakate, Zeitungsanzeigen, Postkarten, E-Cards und das Internet verbreitet werden.

Ziel der Kampagne ist, die Bürgerinnen und Bürger dazu zu ermutigen, gesundheits- und umweltschädigende Produktionspraktiken der Lebensmittelindustrie durch bewusste Kaufentscheidungen zu sanktionieren.

Derzeit liegen die Anzeigen auf Deutsch, Französisch und Englisch vor, weitere Sprachen kommen in den nächsten Monaten hinzu. Die Motive können ab sofort auch auf der offiziellen Internet-Seite zur grünen Food-Kampagne betrachtet werden: www.eat-better.org

Heide Rühle, stellvertretende Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion, sagte bei der Präsentation:

"BSE, Dioxin im Hühnerfutter und all die anderen Skandale der vergangenen Jahre haben EU-weit das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Brüsseler Politik zerstört. Mit dieser groß angelegten Kampagne steuern die Grünen dagegen und zeigen den Menschen ihre Macht gegen die großindustrielle Nahrungsmittel-Mafia."

Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf, stellvertretender Vorsitzender des Agrarausschusses im EP erklärte:

"Unsere Kampagne zielt auf die Vielfältigkeit der europäischen Agrarkultur. Die Bürgerinnen und Bürger lassen sich nicht länger abspeisen. Immer mehr Bäuerinnen und Bauern wollen aus der Rolle der staatlich bevormundeten Rohstofflieferanten aussteigen und suchen sich einen Markt für ihre Lebensmittel. Die Verbraucherinnen und Verbraucher erheben Anspruch auf eine vielfältige Esskultur jenseits des agrarindustriellen Fast Foods. Mit unserer Kampagne wollen wir zur Demokratisierung der Ernährung beitragen und den Bürgerinnen und Bürgern mehr Rechte verschaffen, damit sie sich gegen die wachsenden Monopole der Lebensmittelkonzerne zur Wehr setzen können."

Hiltrud Breyer, Mitglied des Umwelt- und Verbraucherschutzausschusses im EP, sagte:

"Wir haben erfolgreich im Europäischen Parlament für die umfassende Kennzeichnung genmanipulierter Lebens- und Futtermittel gekämpft. Dies ist ein Meilenstein für die Verbraucherinnen und Verbrauchern, die somit endlich Wahlfreiheit haben. Es gilt, die Macht der Verbraucherinnen und Verbraucher weiter zu stärken, damit sie Politik mit dem Einkaufskorb machen können. So müssen die Konsumenten wissen, wie die Produkte, die sie essen produziert wurden und ob z.B. der Kaffe, den sie trinken, nicht durch Ausbeutung von Menschen in sogenannten Entwicklungsländern hergestellt wurde."

Eine CD-Rom, auf der die Motive in druckfähiger Version gespeichert sind, ist auf Anfrage erhältlich.