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Grüne präsentieren zensierten Film "Akamas" im EU-Parlament
Die Filmvorführung stieß auf reges Interesse: Neben Ehrengästen wie dem gewählten Präsidenten Nord-Zyperns, Mehmet Ali Talat, kamen auch zahlreiche Europa-Abgeordnete, Vertreter der EU-Kommission und Gäste aus der Türkei und Zypern.

"Akamas" erzählt die tragische Liebesgeschichte eines türkischen Zyprioten und einer griechischen Zypriotin. Entlang dieser Geschichte wird die Zeit des Widerstands gegen die britischen Besatzer in den Fünfzigern bis zum Putsch und türkischer Invasion in den Siebzigern behandelt.

Der Film wurde vom zyprischen Kulturminister als zu kritisch eingestuft und erhielt nicht die gewünschte finanzielle Unterstützung. Obwohl "Akamas" als erster Beitrag zum diesjährigen Filmfestival in Venedig ausgewählt wurde, verlangte der Kulturminister vom Regisseur Panicos Chrysanthou, dass er den Film zurückzieht. Grund für die politische Zensur ist eine Szene, worin ein griechisch-zypriotischer Eoka-Kämpfer einen Landsmann, den er für einen Spion der englischen Kolonialmacht hält, in einer Kirche erschießt. Der griechisch-zyprische Regisseur will sich dieser Zensur nicht beugen und wirbt um Unterstützung für seinen Film.

Im Anschluss an die Filmvorführung fand eine spannende und kontroverse Diskussion mit dem Regisseur, Panicos Chrysanthou, dem Co-Produzenten Dervis Zaim, dem Professor für Türkeistudien an der University of Cyprus, Niyazi Kizilyürek, dem Europäischen Direktor der International Crisis Group, Nicholas Whyte, sowie dem Direktor des Open Society Institute-Brüssel, Andre Wilkens, statt.

Mit der Filmpräsentation haben die Grünen im Europa-Parlament, ein Zeichen gegen Zensur und für die Freiheit der Kunst gesetzt und eine interessante Begegnungs- und Austauschmöglichkeit für Politik, Kunst und Zivilgesellschaft im Kontext des Zypern-Konflikts angeboten.